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Gefahrenpunkte

Aus dem in die Jahrhunderte zurückreichenden Alter erwachsen die besonderen Tücken. Der “Zahn der Zeit” hat so am Sandstein genagt, das an manchen Stellen schon ein kleiner Fingerdruck genügt, um ganze Brocken abzulösen. Zweimal bereits sind so in der Vergangenheit (60er Jahre) Gefahrenpunkte an damals sehr verkehrsreichen Stellen der Stadt aufgetreten - 1952 gab der Sternplatz nach. Der Einbruch hinterließ ein Loch zwei mal zwei Meter im Durchmesser und sechs Metern Tiefe. Und im selben Jahr, nur vier Wochen später, barst die Decke in der Kulmbacher Straße.

Beide Schäden wurden damals sofort bemerkt und unmittelbar danach behoben. Die Einbrüche veranlassten den damals amtierenden Oberbürgermeister, Herrn Hans Walter Wild, ausdrücklich auf den Ernst der Situation hinzuweisen: Das was Ende des Jahres 1954 in der Kulmbacher Straße passierte, kann heute und morgen an anderer Stelle der Stadt geschehen. Und mancher private Kellerbesitzer und Kellerbenutzer wusste nicht, unter welcher Lebensgefahr er stand. Als in den 60er Jahren ein Bayreuther auf Rathaus kam und vorschlug, das Katakombensystem für den Fremdenverkehr zu nutzen, habe man es für ein Kurisorium angesehen. Wie wenig “kurios” sich das Ganglabyrinth unter dem Aspekt der Verkehrsgefährdung ansehe, sei damals offenbar geworden, da man einen ersten Überblick über die Ausmaße dieses “unterirdischen Bayreuths” hatte.

Darauf basierten auch die damals sofort in die Wege geleiteten Maßnahmen der Stadt:
Alle unterirdischen Felsenkeller in ihrem Verlauf grundsätzlich zu ermitteln und alle privaten Grundstückseigentümer und Benutzer auf die Notwendigkeit einer entsprechenden Überprüfung hinzuweisen.
Das ist damals in enger Zusammenarbeit zwischen Stadtbauamt und Rechtsreferat geschehen, da die Stadt eine Verpflichtung zu solcher Vorsorge auch aus der Bau- und Wohnungsaufsicht ableitete.


    
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